NL#60: Arginin und Potenzprobleme / Impotenz – das Problem Schritt für Schritt lösen

Sehr geehrte Leser,

Sie möchten Potenzprobleme schnell, zuverlässig und ohne Nebenwirkungen lösen?
Und außerdem soll die Problemlösung billig sein, keine Veränderung Ihres Lebensstils erfordern und die „magische Pille“ soll nach einmal Einnehmen für immer wirken?

Bitte lassen Sie’s mich wissen, wenn Sie das Mittel gefunden haben – ich kenne es nicht.
Wenn Sie Leser unserer Webseite zum Thema Viagra-Alternativen sind, vermute ich, sind sie auch kein Fan der pharmazeutischen Optionen wie Viagra, Cialis etc.
Schließlich sind diese hinsichtlich Nebenwirkungen, Preis und Wirkungsdauer so ziemlich das Gegenteil der Ideallösung.

Wie wäre es aber, wenn Sie mit einer alternativen Strategie, die sich natürlicher, nebenwirkungsarmer Mittel bedient, nicht nur Potenzprobleme überwinden, sondern sogar sozusagen „im Vorbeigehen“ auch noch andere Gesundheitsprobleme teils überwinden, teils vermindern oder sogar von vorneherein wirksam vorbeugen könnten?

Ich habe in den letzten Wochen vermehrt nachgeforscht, wo die Gründe dafür liegen könnten, daß viele Leser begeistert über teils sogar sehr schnelle Wiederherstellung Ihrer Potenz z.B. mit Arginin-haltigen Mitteln berichten, andere jedoch enttäuscht sind.
Ergeben sich aus der umfangreichen Literatur über Arginin und Stickoxid (ein Metabolit, der beim Erektionsvorgang eine zentrale Rolle spielt) Hinweise, wie man die potenzfördernde Wirkung natürlicher argininhaltiger Mittel verbessern könnte?

Neue Ansätze – Ergänzung zu Arginin

Kurze Antwort vorweg: JA !

Zunächst zeigen einige Untersuchungen recht klar, daß der prinzipielle Lösungsansatz der Anreicherung der Stickoxid-Konzentration richtig ist: Fast immer liegt einer Erektionsschwäche Stickoxidmangel zugrunde.

Die Zufuhr von L-Arginin durch Einnahme von Kapseln oder Tabletten bewirkt bei einem guten Anteil der Versuchspersonen eine Steigerung der Stickoxid-Menge und damit eine Verbesserung der Erektionskraft. Der Rest der Versuchspersonen zeigt diesen Effekt jedoch nicht.

Warum?
Eine weitergehende, ganz neue Untersuchung (Tagliabue M; Pinach S – Endokrinologie der Universität Turin – in: Int J Androl 2005 Jun) zeigte, daß bei denjenigen, die auf Arginin nur schlecht reagierten, die Konzentration des sog. „reduzierten Glutathion“ in den Zellen erniedrigt ist.
Wenig Glutathion = wenig Stickoxidbildung.
Normales Glutathion = gute Stickoxidbildung.

Was ist Glutathion und wie kann man es beeinflußen?

Glutathion ist ein intrazelluläres (also in der Zelle wirkendes) Antioxidans – ein Stoff also, der die sich in unseren Zellen anhäufenden „Schadstoffe“ (man sagt: Radikale) entsorgt und damit unschädlich macht.
Wenig Glutathion = viel Schadstoffe = schnelle Alterung und Alterungsprobleme – so könnte man vereinfacht sagen.

Glutathion, so wichtig es ist, hat die unangenehme Eigenschaft, oral, also in Kapseln oder Tabletten zugeführt, kaum vom Körper aufgenommen zu werden (außerdem ist es teuer). Jedoch gibt es Strategien – und hier komme ich zum positiven Teil dieses Newsletter – um eine Anreicherung von Glutathion zu erreichen.

Alpha-Liponsäure ist das wirksamsten Mittel, um die Glutathion-Spiegel zu erhöhen (Packer L, Tritschler HJ, Wessel K. – Berkeley Universität Kalifornien – in Free Radic Biol Med. 1997).
Zitat: „Both alpha-lipoate and especially dihydrolipoate have been shown to be potent antioxidants… and to raise intracellular glutathione levels. …The most important thiol antioxidant, glutathione, cannot be directly administered, whereas alpha-lipoic acid can.“
Übersetzt: Beide, Alphaliponsäure und besonders Dihydro-Liponsäure, haben sich als potente Antioxidantien erwiesen … und erhöhen die intrazellulären Glutathion-Spiegel…. Das wichtigste Schwefel-Antioxidans, Glutathion, kann nicht direkt eingegeben werden, wohingegen dies bei Alphaliponsäure geht.

Alphaliponsäure hat noch andere wichtige positive Wirkungen, wie z.B. Schutz der Gehirnzellen und Nervenzellen vor Schädigungen und Degeneration.

Neue Strategie

Damit kann als vorläufiges Ergebnis erweiterter Nachforschungen die Strategie zur Überwindung von Potenzproblemen mit natürlichen Mitteln wie folgt modifiziert werden:

  • Mittel Nr. 1 bleiben die Arginin-haltigen Präparate, wie z.B. ArginMax und Powermaker.
  • Wenn jedoch mit diesen Mitteln keine eindeutige Verbesserung erzeilt werden kann, liegt die Ursache sehr wahrscheinlich in ausgeprägteren oxidativen Schädigungen mit vermindertem Glutathion-Spiegel.
    Folgerung: Nehmen Sie dann zusätzlich zu Arginin (3-6g pro Tag) noch Alphaliponsäure ein. Menge: 300 – 500mg täglich.
  • Männer mit Diabetes sollten diese Kombination, Arginin plus Alphaliponsäure (bei Diabetes mindestens 450mg Alphaliponsäure pro Tag), von Beginn an nehmen.
  • Erst wenn die konsequente Einnahme dieser Kombination über mindestens einen Monat keine Verbesserung der Erektion erreichen läßt, empfiehlt sich die Anwendung von sog. Testosteron-Boostern, wie Tribulus terrestris oder Chrysin.
    Begründung: Dann liegt sehr wahrscheinlich eine generell verminderte sexuelle Erregbarkeit vor, die zu mangelhafter Ausschüttung von Stickoxid im Glied führt.
Alles zu kompliziert?

Nun, wie gesagt, die einfache „Alternative zur Alternative“ wäre die Anwendung von Pharmazeutika wie Viagra.
Gerade nach dem oben Gesagten macht diese Schnelllösungs-Strategie jedoch noch weniger Sinn.
Nur die Folgen des Stickoxidmangels partiell (nämlich nur im Penis) und vorübergehend zu beseitigen, hilft zwar i.d.Regel eine peinliche Situation zu vermeiden, ist jedoch in Wahrheit natürlich keine Dauerlösung.

Stickoxidmangel hat nämlich noch viele andere Folgen in anderen Körperteilen und Geweben. Die wichtigsten:

    • Verschlechterung der Immunkraft
    • Verschlechterung der Sauerstoffversorgung aller Gewebe inkl. Herzmuskel,

Nieren, Gehirn etc.

  • Verschlechterung der Geweberegeneration

Arginin, das vom Körper in Stickoxid umgewandelt wird, wird deshalb mit Erfolg bei Immunschwäche angewendet und auch, um Infektionen nach Operationen vorzubeugen. Darüberhinaus hat es sich in Studien als vielversprechend in der Behandlung von kongestiver Herzinsuffizienz gezeigt und wird erfolgreich eingesetzt, um die Knochen- und Sehnenheilung nach Frakturen oder Rissen zu beschleunigen.
Wenn in diese neuartigen Protokolle auch noch die Erkenntnisse der Wirkungsverbesserung von Arginin durch Alphaliponsäure eingingen, wäre sicherlich vielen Patienten besser geholfen!

Ein Studie über Internetseiten, die sich dem Verkauf natürlicher Potenzmittel widmen, zeigte, daß dort fast nie auf die wirklichen Ursachen von Potenzstörungen hingewiesen wird. Ich hoffe, daß dieser Newsletter dazu beiträgt, hier eine Ausnahme zu schaffen.

Arginin + Alphaliponsäure – was haben Sie davon?

Um auf mein Versprechen zurückzukommen, mit unserer natürlichen Lösung quasi „im Vorbeigehen“ auch andere gesundheitliche Probleme zu lösen: So ist es!

Arginin selbst wirkt bereits positiv auf Immunkraft, Geweberegeneration und Sauerstoffversorgung in Herz und anderen Geweben.
Wenn Sie Arginin mit Alphaliponsäure kombinieren, tun Sie auf jeden Fall zusätzlich Wirksames, um Folgen von Alterungsvorgängen, die überwiegend auf Schädigungen durch freie Radikale zurückgehen, vorzubeugen und zu vermindern.

Wenn in Ihrem Fall Arginin keine durchschlagende Wirkung hinsichtlich der Erektionskraft haben sollte, dann liegt das nicht daran, daß Arginin nichts taugt, sondern daran, daß bei Ihnen bereits ein ernsteres Problem als nur Stickoxidmangel vorliegt, das weitergehende Schritte erfordert (wie gesagt: zusätzlich Alphaliponsäure usw.).
In diesem Fall kann übrigens eine gründliche ärztliche Untersuchung einschließlich Prüfung der Herzleistung (Belastungs-EKG) nicht schaden!

Und was ist mit Nebenwirkungen / Verträglichkeit?

Des öfteren erreicht uns die Frage nach der Verträglichkeit von Arginin mit bereits angewendeten Arzneimitteln.

Kurz: Die blutdrucksenkenden Wirkungen von Betablockern, Kalziumantagonisten oder ACE-Hemmern können verstärkt werden.
Ich gestatte mir in diesem Fall die Empfehlung, unter Blutdruckkontrolle und in Absprache mit dem Hausarzt, lieber die Menge dieser Anti-Bluthochdruckmittel herunterzusetzen als Arginin abzusetzen. Grund: Arginin hat so viele positive Wirkungen, daß es den Pharmaka vorzuziehen ist.

Nitro-Präparate, wie z.B. Iso-Sorbid-Dinitrat (ISDN), können in Ihrer Wirkung ebenso von Arginin verstärkt werden – bitte mit dem Hausarzt Rücksprache halten.
Viagra oder andere PDE5-Hemmer werden in ihrer Wirkung auch verstärkt – und damit natürlich auch in ihren Nebenwirkungen wie u.U. Kopfschmerzen, Blutdruckabfall. Ob Sie durch die Einnahme von Arginin Viagra einsparen können – also z.B. 25mg statt 50mg Viagra ausreichen, kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Pfizer rät von solchen Versuchen ab …

Ich würde sagen, folgen Sie lieber meinen Empfehlungen oben, auch wenn’s etwas Geduld erfordert.

Nebenwirkungen: Mitunter wird über Magenprobleme berichtet. In diesen Fällen beginnen Sie mit 1/3 der empfohlenen Menge und steigern Sie die Einnahmemenge über einige Tage hinweg bis Sie bei der empfohlenen Menge ankommen – das löst meistens das Problem.
Eine zweite Nebenwirkung ist, daß sich Anwender abends zu munter fühlen, um einschlafen zu können. In diesem Fall nehmen Sie Arginin nicht nach 18 Uhr.

Quellen:

Sehen Sie auch unseren nächsten Newsletter zur kombinierten Anwendung von Arginin und Lysin bei Stress!

Viele Grüße und Power!

Dr. W. Rösner

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